Die Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf 760 TEUR (Vorjahr: 802 TEUR). Der fixe Anteil (einschließlich geldwerter Vorteile aus Dienstwagen und Zuschüssen zur Sozialversicherung) betrug 535 TEUR (Vorjahr: 480 TEUR) und der variable Anteil 204 TEUR (Vorjahr: 271 TEUR). Die aktienbasierten Vergütungen betrugen 21 TEUR (Vorjahr: 51 TEUR). Im Geschäftsjahr 2011 wurden ebenso wie im Vorjahr keine Optionen gewährt.
Bericht des Vorstands
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, verehrte Geschäftsfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,
das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 war für REALTECH ein sehr ereignisreiches, indem sich viel bewegt hat und wir vielversprechende Entwicklungen angestoßen haben. Zu den wichtigsten Geschehnissen zählen die internen Restrukturierungen, ein Vertriebsabkommen mit der SAP, der Verkauf der spanischen Tochtergesellschaft, die Vorbereitungen der Expansion Richtung Nordeuropa und die personellen Veränderungen im Vorstand.
Wir haben uns im Jahr 2011 vor allem darauf konzentriert, die Gesamtorganisation zu restrukturieren sowie das Leistungs- und Produktangebot systematisch zu optimieren. So hat REALTECH im Geschäftssegment Consulting das Portfolio gestrafft und auf besonders profitable Geschäftsbereiche ausgerichtet. Zudem haben wir im Segment Software erheblich in Forschung und Entwicklung sowie in den Vertrieb unserer Software-Produkte investiert – 22 Prozent mehr als im Jahr 2010. Grund dafür ist der im Jahr 2011 geschlossene OEM-Vertrag mit der SAP. Diese Vereinbarung sieht vor, dass SAP ausgewählte Technologien von REALTECH in die eigenen Produkte integriert, weswegen wir unsere Software theGuard! nochmals erweiterten.
Darüber hinaus war im Berichtsjahr zu spüren, dass die IT-Branche nach wie vor einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften hat. Die Fluktuation unter unseren Mitarbeitern ist zwar gestiegen, jedoch konnten wir auch im Jahr 2011 wieder hoch qualifizierte Fachkräfte gewinnen. Der Grund: REALTECH gilt in der Branche als ein attraktiver Arbeitgeber für IT-Spezialisten. Unsere Beschäftigten können sich in den flachen Hierarchien aktiv einbringen und wir legen großen Wert auf eine umfangreiche Aus- und Weiterbildung. Das Ergebnis: Tagtäglich sichern unsere kompetenten, engagierten und zuverlässigen Mitarbeiter mit ihren Fachkenntnissen und ihrer Leistungsbereitschaft den Geschäftserfolg von REALTECH und sorgen dafür, dass die Kundenzufriedenheit zu unseren überzeugendsten Wettbewerbsvorteilen gehört.
Personelle Veränderungen gab es im Jahr 2011 auch im Vorstand: Zum 1. August hat der bisherige Vorstandsvorsitzende Nicola Glowinski auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen. Zu seinem Nachfolger an der Unternehmensspitze berief der Aufsichtsrat Dr. Rudolf Caspary, der bislang das Software-Segment und das Technologieressort verantwortete und dem Vorstand bereits seit dem Jahr 2004 angehört. Zudem ist Thomas Mayerbacher seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 neuer Chief Financial Officer (CFO) der REALTECH AG.
Konzernumsatz auf Vorjahresniveau
Aber wenden wir uns nun den wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2011 zu: Der Konzernumsatz blieb mit 39,2 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau. In den beiden Geschäftssegmenten Consulting und Software gingen die Umsatzerlöse jeweils leicht um 1 Prozent auf 26,4 Mio. EUR bzw. 12,7 Mio. EUR zurück. Deutlicher dagegen reduzierte sich das Betriebsergebnis (EBIT). Zu dem Ergebnisrückgang von 4,2 Mio. EUR auf 0,2 Mio. EUR haben neben den bereits erwähnten Investitionen im Software-Segment mehrere Faktoren beigetragen: der Umsatzausfall infolge der Erdbebenkatastrophe in Japan im ersten Halbjahr, eine Schwäche in Neuseeland, eine geringere Auslastung unserer Beratungsexperten in Deutschland, größere Sondereffekte durch Leerstände im REALTECH-Gebäude in Walldorf und allgemeine Restrukturierungskosten im Personalbereich. Zudem verschoben sich einige Software-Umsätze ins laufende Jahr 2012, die ursprünglich für das vierte Quartal 2011 geplant waren. Dennoch konnten wir das Jahresergebnis von minus 1,4 Mio. EUR auf 0,9 Mio. EUR erhöhen, da sich unser Ertragssteueraufwand deutlich verminderte und wir einmalige Einnahmen durch den Verkauf der spanischen Landesgesellschaft verzeichneten.
Die ehemalige Tochtergesellschaft REALTECH Spanien ist aufgrund der Veräußerung in den Zahlen für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 bereits herausgerechnet. Der Verkauf der spanischen Landesgesellschaft im Rahmen eines Management-Buy-Out war notwendig, um die künftige Ertragskraft des Konzerns zu verbessern. Ein langfristiger Markenlizenz- und Kooperationsvertrag mit dem neuen Management stellt sicher, dass die Verpflichtungen mit Kunden und Partnern auch weiterhin erfüllt werden.
Somit ist REALTECH weltweit in den folgenden Regionen operativ tätig: Europa mit Deutschland und Portugal, USA sowie Asia-Pacific mit den Ländern Japan, Singapur und Neuseeland. Die Umsätze und Erträge in diesen Regionen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2011 uneinheitlich: In Deutschland, wo wir mittlerweile 71 Prozent unserer Umsätze erwirtschaften, hielten die Erlöse ihr Vorjahresniveau. Während Portugal und die USA Umsatzrückgänge verzeichneten, konnte Asia-Pacific trotz der Umweltkatastrophe in Japan die Umsatzerlöse erhöhen. In dem Land haben wir erfreulicherweise auch das operative Ergebnis gesteigert, in der gesamten Region Asia-Pacific ging das EBIT ebenso wie in Deutschland und Portugal zurück. Einzig REALTECH USA verbesserte das operative Ergebnis.
Zwei sich ergänzende Standbeine: Consulting und Software
Auch im Geschäftsjahr 2011 hat REALTECH mit ihren Mitarbeitern und Produkten wieder dafür gesorgt, dass innovative IT-Lösungen die Geschäftsziele der weltweit agierenden Kunden optimal unterstützen. Unser Leistungsportfolio richtet sich eng an den Anforderungen der Kunden aus und ist in zwei sich ergänzende Geschäftsbereiche aufgeteilt: technologische IT-Beratung mit Schwerpunkt SAP sowie Software-Produkte für das IT-Service-Management.
Im Segment Consulting entwickeln unsere Berater gemeinsam mit den Kunden zukunftsfähige und sichere IT-Landschaften. Das besondere Alleinstellungsmerkmal von REALTECH ist seit Jahren die ausgezeichnete technologische Expertise zu Software- und Systemarchitekturen in Verbindung mit dem Wissen, wie Kunden innovative Technologien gewinnbringend einsetzen können. In Ergänzung dazu, baute REALTECH die Software-Sparte auf und begann vor mehr als zehn Jahren mit der Entwicklung der theGuard!-Produktfamilie. Die Mühen haben sich gelohnt: Mittlerweile verfügen wir über ein weltweit einzigartiges Software-Portfolio für das IT-Management.
Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten im Jahr 2011 waren Erweiterungen der Software theGuard! im Rahmen des Vertrags mit der SAP. Durch diese Arbeiten war es möglich, Teile der theGuard!-Produkte direkt in die SAP-Systeme zu integrieren und so den Leistungsumfang bestimmter SAP-Produkte zu steigern: Der Walldorfer Weltkonzern wird die neue Lösung im Jahr 2012 als ein Software-Paket für das IT-Infrastrukturmanagement auf den Markt bringen. In einem weiteren gemeinsamen Projekt mit der SAP sorgen wir dafür, dass theGuard! neue, wachstumsstarke Technologien wie Cloud-Computing noch gezielter unterstützen wird. Unabhängig davon, haben wir unsere IT-Management-Lösung theGuard! insgesamt erweitert und beispielsweise unter dem Motto „theGuard! goes mobile“ eine neue Software-Lösung für mobile Endgeräte präsentiert.
Im Bereich Consulting haben wir 2011 unser Portfolio weiter fokussiert auf margenstarke Segmente und beraten nun die IT-Entscheidungsträger in strategischen Fragen. Die neue IT-Management-Beratung ist genau auf den Bedarf von IT-Leitern und CIOs zugeschnitten und hat zum Ziel, Kunden so zu unterstützen, dass sie die richtigen strategischen Entscheidungen treffen, wenn neue IT-Infrastrukturen realisiert werden sollen. Positive Aussagen von Kunden zeigen uns, dass das Angebot im Markt gut ankommt.
Unsere Ziele
Prognosen zufolge wird die Weltwirtschaft im Jahr 2012 nur noch verhalten wachsen. Während die Eurozone aufgrund der Schuldenkrise eine Rezession fürchten muss, erwarten die Wirtschaftsexperten für Deutschland immer noch ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt. Deutlich positiver sind dagegen die Aussichten für die IT-Branche, die sowohl weltweit als auch in Europa weiter zulegen soll. Der deutsche IT-Markt wird sich ebenfalls erneut vergrößern, wobei sich der Umsatz mit Software seit Jahren überdurchschnittlich gut entwickelt.
Unter Berücksichtigung dieser Prognosen plant REALTECH im laufenden Geschäftsjahr 2012 im Segment Consulting ein organisches Wachstum insbesondere für Deutschland und USA. Das neue Beratungsangebot für IT-Entscheider wird uns helfen, auch in diesem Geschäftssegment bessere Margen zu erzielen. In der Software-Sparte indes konzentrieren wir uns weiter darauf, unsere Technologien bestmöglich mit der neuen SAP-Lösung zu verzahnen. Zudem haben wir bereits im Jahr 2011 begonnen, unsere vertrieblichen Tätigkeiten zu stärken, um so den geplanten Umsatz zu generieren.
Doch nicht nur auf der technischen Seite geht es voran: Zum 1. Januar 2012 haben wir unsere geografische Präsenz durch die Gründung von REALTECH Nordic in Kopenhagen ausgedehnt, um auch in Nordeuropa unsere Software-Produkte zu vertreiben. Dänemark ist der Ausgangspunkt, von dem aus wir weitere Vertriebsaktivitäten in Schweden, Norwegen und Finnland koordinieren werden. Neben Skandinavien werden wir uns künftig auch auf die Benelux-Staaten fokussieren.
Hohe Priorität genießt im Jahr 2012 die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, da REALTECH weitere Neueinstellungen plant. Zu den wichtigsten Helfern bei der Suche nach passenden Kandidaten zählen unsere zufriedenen Mitarbeiter: Inzwischen besetzen wir zahlreiche Stellen über persönliche Empfehlungen und bilden Mitarbeiter selbst aus.
Der Vorstand erwartet im Jahr 2012 einen positiven Geschäftsverlauf. Allerdings werden wir im Software-Segment erneut stark in Forschung und Entwicklung, in den Vertrieb und in neue Mitarbeiter in der Beratung investieren. Zudem führt die internationale Expansion zu erhöhten Vertriebskosten. Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir im Jahr 2012 für den Konzern einen Umsatz von 45 Mio. EUR und ein EBIT von 3,7 Mio. EUR. Der Jahresüberschuss wird entsprechend steigen.
Die Dividendenpolitik von REALTECH wird künftig eine ausgewogene Balance halten zwischen dem gesunden Wachstum des Unternehmens und dem Interesse der Aktionäre an einer Erfolgsbeteiligung. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung im Mai 2012 daher vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2011 aus dem Bilanzgewinn der REALTECH AG eine Dividende von 0,30 EUR pro Aktie auszuschütten.
Der Vorstand ist sich sicher, dass sich REALTECH in einer sehr guten Position befindet, um den Herausforderungen der Zukunft mit Erfolg zu begegnen. Dazu werden sowohl die starke Partnerschaft mit SAP als auch die Expansion in wirtschaftlich starke Regionen im Ausland beitragen. Zusammen mit dem bewährten Leistungsspektrum, dem gestärkten Portfolio, der schlagkräftigen Mannschaft und der klaren Strategie ergibt sich eine solide Basis, auf der REALTECH im Jahr 2012 wieder wachsen wird. Wir danken Kunden, Partnern, Mitarbeitern, Aufsichtsrat und Aktionären für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung.
Herzlichst,
Ihr Vorstand